"Was du gegen den Naziaufmarsch tun kannst" - 11 Ideen gegen das Wegschauen

Termine drumherum

9. April - Demo gegen das Nazihaus in Rosenberg

30. April - Antifaschistisches Strassenfest in Heidelberg

1. Mai - Naziaufmärsche in Frankenthal und Worms verhindern

8. Mai - Tag der Befreiung: bundesweite Mobilisierung gegen den Naziaufmarsch in Berlin

12. - 13. Mai - Nazikriegsverbrechertreff in Mittenwald beenden. NS-Opfer entschädigen, Täter angreiffen!

20. August - NS-Verherrlichung stoppen. Gegen das jährliche Nazitreffen in Wunsiedel

 

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Hintergrundinfos

über:

Christian Hehl

Lars Käppler

Das Aktionsbüro Rhein-Neckar

Die Redner

 

Christian Hehl
Anmelder der Nazidemo in Frankenthal für die "Nationaldemokratische Partei Deutschlands" (NPD)

Christian Hehl (Hehli) ist einer der wichtigsten Aktivisten der rechtsextremen Szene in der Rhein - Neckar Region. Er ist bereits seit über 15 Jahren in der Neonazi Szene aktiv und wegen zahlreicher rechtsextremer Delikte und Gewalttaten vorbestraft.

Er beginnt seine "Karriere" als Hooligan und Nazi Skinhead bei der SV Waldhof Hooligan Truppe "The Firm". Hehl war Mitglied des 1993 aufgelösten ANK (Aktionsgemeinschaft Nationalrevolutionärer Kameraden) und der 1995 verbotenen FAP (Freiheitliche deutsche Arbeiter Partei). Nachdem er 1996 einem Antifaschisten in einer Speyrer Kneipe von hinten einen Schlagstock auf dem Kopf zertrümmert, wird er zu einer Haftstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt. Der zuständige Richter bescheinigt ihm eine "menschenverachtende Gesinnung und Brutalität".

1997 eröffnet er einen Nazi Devotionalien Laden mit dem Namen "Hehls World" in Ludwigshafen Süd. Dort verkauft er rechtsextreme Propaganda, alles Notwendige für den rechtsextremen Lifestyle und versucht Jugendliche zu politisieren. Der Laden wurde nach einer Kampagne durch eine lokale Bürgerinitiative und AntifaschistInnen geschlossen.

Aufgrund der Ansammlung zahlreicher Vorstrafen muss Hehl im Juni 1999 ins Gefängnis. Dort wird er als "nationaler Gefangener" von der HNG (Hilfsgemeinschaft Nationaler Gefangener) betreut. In einem Interview mit dem Nazi Fanzine "Weisser Wolf" wünscht er seinen Feinden "jede Menge 9 mm".

Seit seiner Entlassung ist Hehl als NPD/JN (Nationaldemokratische Partei Deutschland/ Jungen Nationaldemokraten) Funktionär aktiv. Er ist in ganz Deutschland als Ordner auf Demonstrationen zu finden. Nebenbei veranstaltet er Skinhead Konzerte und unterhält gute Kontakte zur neonazistischen Skinheadszene bundesweit. Während der Randale von Rechtsextremen und Hooligans in Mannheim, beim Halbfinale der Weltmeisterschaft 2002, befindet er sich ebenfalls unter den Neonazis am Wasserturm.

Christian Hehl ist im September 2002 Direktkandidat der NPD zur Bundestagswahl für Ludwigshafen. Im Juni zieht er nach Mannheim und organisiert weiter Nazi-Rockkonzerte.
Seit Anfang 2005 finden diese im zweiwöchentlichen Rythmus im ehemaligen Bandidos-Vereinsheim im Industriegebiet Mannheim-Rheinau statt.
Im Sommer 2004 ist er beim Wahlkampf in Sachsen als Bodyguard für den NPD-Kandidaten Holger Apfel tätig. Politisch aktiv ist er zur Zeit im Aktionsbüro Rhein-Neckar.

 

Lars Käppler
Anmelder der Nazidemo in Worms für die "Bürgerinitiative für ein besseres Deutschland"

Jahrgang 1975; gelernter Schreiner

Der Neonazi Lars Käppler war bis 1999 „JN -Landesvorsitzender Baden-Württemberg“ (Junge Nationaldemokraten – Jugendverband der NPD). Aufsehen erregte Lars Käppler erstmalig 1997 als das Kreiswehrersatzamt Heilbronn ihm aufgrund seiner rechtsextremen Aktivitäten den Antritt zum Grundwehrdienst verweigerte.

Ende Mai 1999 trat er aus der NPD aus und gründete das „Bildungswerk Deutsche Volksgemeinschaft“, welches sich 2001 in „Bewegung Deutsche Volksgemeinschaft“ (BDVG) umbenennt. Der BDVG vertritt geradezu klassische nationalsozialistische Positionen, die sich am Programm der NSDAP von 1925 orientieren.

Anlass des Austritts Käpplers aus der NPD war die Aufnahme von Safat Babic in die NPD. Käppler und weitere Renegaten aus der NPD wollten diese Aufnahme verhindern, da es sich bei besagtem Babic um einen Nicht-Deutschen handele und nur wer „deutschen Blutes sei“ könne in der NPD Mitglied werden.

Käppler war zuerst stellvertretender Vorsitzender und dann seit 2000 Bundesleiter der BDVG. Er ist Inhaber des Verlages „Volk in Bewegung“ und war bis 2005 Schriftleiter des gleichnamigen BDVG Heftes. Im Herbst 2004 trat Lars Käppler offiziell aus der BDVG aus, was er in einem Schreiben an das Landesamt für Verfassungsschutz Baden Württemberg öffentlich machte.

Dieser Austritt ist aber nur als strategischer Schachzug zu werten. Nach wie vor ist Käppler Inhaber des Verlags „Volk in Bewegung“, über den vor allem rassistische, geschichtsrevisionistische und pseudo-esoterische Pamphlete vertrieben werden.

Immer noch tritt Käppler als Anmelder von Neonazi Kundgebungen und Demonstrationen auf und ist auf den Rednerlisten zahlreicher anderen Naziveranstaltungen zu finden. Ein zeitweißes Auftrittsverbot auf NPD Veranstaltungen wurde von der Partei aufgehoben. Somit zeichnet wieder eine Annäherung zwischen Käppler und der NPD ab.

Käppler verfügt über enge Kontakte zu Christian Worch (dem bekanntesten deutschen Neonazi), Herbert Schweigert (einen österreichischen Alt - Nazi und Holocaust Leugner) und Bernhard Schaub (Holocaust Leugner und Esoterik Nazi).

Aktuell steckt Lars Käppler hinter einer rassistischen Kampagne die unter dem Label „Bürgerinitiative für ein besseres Deutschland“ gegen den EU Beitritt der Türkei Stimmung machen will. Für diese „Bürgerinitiative“ hat er auch die Demonstration am ersten Mai in Worms angemeldet.

Gerade aus der Entstehungsgeschichte der BDVG heraus gewinnt die Zusammenarbeit zwischen NPD (Christian Hehl ist Anmelder der ersten Demonstration in Frankenthal) und BDVG (bez. „Bürgerinitiative...“) eine gewisse Ironie.

 

Das Aktionsbüro Rhein-Neckar

Beim Aktionsbüro Rhein Neckar handelt es sich um einen lokalen Vernetzungsansatz rechtsextremer „Freier Kameradschaften“ aus der Rhein-Neckar Region. Das Aktionsbüro Rhein-Neckar (AB) gründete sich am 16.08.2003 nach dem Vorbild zahlreicher Aktionsbüros die von Mitte bis Ende der 90er gegründet wurden.

Das Konzept der Vernetzung über „Aktionsbüros“ geht auf Neonazis wie Christian Worch, Thomas Wulff und Tobias Thiessen zurück. Unter dem Eindruck der Verbotswelle von nazistischen Organisationen Anfang und Mitte der 90er, sollten Organisationsstrukturen geschaffen werden, die nicht so anfällig für staatliche Verbote sind. So wurde das Konzept des „freien Nationalismus“ geschaffen, das heute, neben der NPD, den zweiten Flügel des deutschen Rechtsextremismus charakterisiert. Mithilfe einer flachen Hierarchie soll ein mögliches Verbot unterlaufen werden

Untereinander sind die Aktionsbüros wenn nicht hierarchisch, so zumindest programmatisch vernetzt. Dabei kann das Aktionsbüro Norddeutschland unter Wulff und Thiessen die inhaltliche Schwerpunktsetzung der freie Kameradschaftszenerie für sich beanspruchen. Hinter den lokalen Aktionsbüros stecken in der Regel altbekannte Nazikader, so dass zumindest informell von einer klaren Führungsstruktur auszugehen ist.

Mitte August gründeten die Kameradschaft Bergstrasse, Kameradschaft Ludwigshafen, Kameradschaft Vorderpfalz, Neues Mannheim, „Hate Crew“ Germany (Kameradschaft Hockenheim) und BDVG/ Junge Deutsche Rhein-Neckar das Aktionsbüro Rhein-Neckar. Eine weitere Gruppierung, die Deutschen Sozialisten/ Außerparlamentarische Opposition (Bergstrasse), wurden zuerst auch als Gruppierung im AB Rhein-Neckar geführt, erklärten jedoch kurz darauf dass sie nicht Mitglied im AB seien.

Bis Januar 2005 veränderte sich die Zusammensetzung des AB`s mehrmals. So fusionierten KS Vorderpfalz (Ex-KS VG Hessheim) und KS Ludwigshafen zur Kameradschaft Kurpfalz. Die „Hate Crew“ änderte ihren Namen in Kameradschaft Hockenheim, die Gruppe Neues Mannheim verschwand ganz aus dem AB. Die Kameradschaft Worms trat Ende 2004 dem AB bei, während sich die BDVG/ Junge Deutsche Sektion mit Sitz in Otterstadt in Freundeskreis Rhein-Neckar umbenannte, bei gleichlautender Selbstverständniserklärung und Kontaktadressen.

Das AB Rhein-Neckar verfügt über eine eigene Homepage auf welcher die Aktivitäten der einzelnen Gruppen veröffentlicht werden. Außerdem werden Veranstaltungen und überregionale Termine beworben. In einer eigenen Sektion werden Berichte und programmatische Texte veröffentlicht, wobei diese meistens vom Aktionsbüro Norddeutschland übernommen werden.

Angemeldet ist die Homepage unter falschem Namen und Adresse. Weder existiert ein Winfried Bauer noch eine Ernst Abbe Strasse in Mannheim. Der Provider der Homepage ist eine Firma welche Ralf Wohlleben gehört. Bei diesem handelt es sich um einen NPD Aktivisten und Mitglied des militanten Thüringer Heimatschutzes (THS).

Die Aktivitäten des Aktionsbüro bestehen hauptsächlich in der Durchführung und Mobilisierung von Demonstrationen, dem Verteilen von Flugblättern sowie der Durchführung von Vortragsveranstaltungen. So verteilten am 27. November Aktivisten der KS – Kurpfalz auf dem Mannheimer Weihnachtsmarkt Flugblätter in denen hemmungslos gegen die hier lebende Bevölkerung mit Migrationshintergrund gehetzt wird.

Das AB mobilisiert zu allen neonazistischen Events, wie dem Rudolf Hess Marsch in Wunsiedel, Aktionen gegen die Wehrmachtsausstellung, der NS-Gedenkdemo anlässlich der Bombardierung Dresdens im Februar 2004 und 2005. Am 6. Dezember 2004 nehmen Nazis aus dem Umfeld des AB`s an einer Demonstration in Salem (Schweden) teil. In ihrem Bericht rühmen sie sich dabei, an Gewaltaktionen gegen AntifaschistInnen beteiligt gewesen zu sein: „...Ein kleines Scharmützel, einige Zecken vielen...“ (Übernahme wie im Original).

Auch eigene Demonstrationen werden vom Aktionsbüro durchgeführt. So veranstaltete das AB Demonstrationen in Heppenheim und Lautertal. Im Herbst 2004 nimmt das AB an den Anti-Hartz Protesten mit ca. 20 Nazis in Frankenthal teil. Die Nazis marschieren solange auf den Montagsdemos mit, bis die Veranstalter ob der Naziteilnehmer die Demonstrationen abbrechen. In Bad Dürkheim wird unter einer Tarninitiative dann eine eigene Montagsdemonstration durchgeführt an der sich aber nur wenige Nazis beteiligen. Am 16. 10. 2004 befinden sich zahlreiche Kader des Aktionsbüros auf der NPD Kundgebung in Mannheim Schönau.

Das Aktionsbüro ist die zentrale Mobilisierungsstruktur für die „Doppeldemo“ am ersten Mai 2005. Der Anmelder für die Demonstration in Frankenthal ist Christian Hehl, NPD Mitglied und Aktivist im AB (s.o.). Lars Käppler ist Ex-Führer der Bewegung Deutsche Volksgemeinschaft (BDVG) und damit mit der ehemaligen Sektion des BDVG - Rhein-Neckar verbunden, welche jetzt unter Freundeskreis Rhein-Neckar firmiert.

 

Die Redner
Infos über die Redner auf den Naziaufmärschen

Ralf Tegethoff

Ralph Tegethoff war Mitglied der verbotenen FAP und ist mitlerweile in die NPD eingetreten. Für das Konzept "Volksfront" der NPD, also “Die Einbindung von radikalen, freien Kräften in die parlamentarische
Arbeit..." (aus einer Pressemitteilung der Kameradschaftsszene) hat Tegethoff Vorbildfunktion. 2002 ist er Referent bei einer Gedenkveranstaltung zu Ehren eines SS-Mitglieds im Raum Heidelberg. Tegethoff gilt als führender Neonazikader in Nordrhein-Westfahlen und ist aktiv in der "Freien Kameradschaft Sturm Rhein-Sieg".

 

Lars Käppler

siehe oben

 

Klaus-Jürgen Menzel

Klaus-Jürgen Mentzel, Jahrgang 1940, ist langjähriger Aktivist der Naziszene und bereits in allen Spektren vertreten gewesen. Aktuell ist er NPD-Landtagsabgeordneter in Sachsen. Auf Demonstrationen redet er vor allem den Nationalsozialismus schön, zitiert Hitler oder macht mit geistigen Verwirrungen auf sich aufmerksam, Zitat: "Odin ist in uns, wir sind die Kinder der Eiche" (...) "Unsere Wehrmacht hat in der Zeit bis 1945 bewiesen, dass wir noch echte Kinder Odins sind!"

 

Marcel Wöll

Marcel Wöll redete bereits 2004 auf Demonstrationen der "Freien Nationalisten Südhessen" in Reichenbach und Heppenheim. Die Neonazigruppe ist dem Umfeld des Aktionsbüro Rhein-Neckar zuzurechnen. Wöll kommt aus Frankfurt und ist aktiv bei den "Freien Nationalisten Rhein-Main". Dort fungiert er als Kader und bringt vor allem jungen Nazis den Demotourismus näher.

 

 

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