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500 bei antirassistischer Demo in Mannheim

[1]In Mannheim fand heute [27.11.04] eine antirassistische Demonstration statt. Insgesamt beteiligten sich zwischen 400 und 500 Menschen an dem Demonstrationszug, der vom Hauptbahnhof zum Paradeplatz Mannheim führte.
Die Demonstration wurde vom „Verein Kameruner Studierender Mannheim e.V.“ organisiert.


Der Großteil der TeilnehmerInnen bestand dann auch aus MigrantInnen. „Deutsche“ AntirassistInnen, Linke und Antifas bildeten die Ausnahme.

Nur ca. 40 der „üblichen Verdächtigen“ hatten sich eingefunden um sich mit den MigrantInnen zu solidarisieren. Dies lag allerdings nur daran, dass man erst am Donnerstag überhaupt von der Demonstration erfahren hatte.

Der Anlass für die Demo ist dafür umso krasser: Bereits Mitte September war es zu einem brutalen Übergriff auf einen Kameruner in Ladenburg (Stadt in der Nähe Mannheims) gekommen. Zwei unbekannte Männer stießen den jungen Mann an einem Bahngleis vor einen einfahrenden Güterzug. Das Opfer erlitt dabei schwerste Verletzungen und überlebte nur knapp. Er wird aber für immer behindert bleiben.

Die lokalen Polizeibehörden unterstellten von Anfang an, dass es sich um einen „Unfall“ oder gar einen „Selbstmordversuch“ gehandelt habe, und dies obwohl das Opfer von Anfang an klar ausgesagt hatte, dass er von zwei Männern, die er jedoch nur aus den Augenwinkeln gesehen hatte, vor den Zug gestoßen worden war.

Diese Unfallversion wurde auch vom Mannheimer Morgen (lokales Lügenblatt) kolportiert. Daher gelangte der Übergriff auch bis heute nicht an die Öffentlichkeit.

Bis heute – Um ca. 15.30 setzte sich dann ein lautstarker Demonstrationszug in Richtung Innenstadt in Bewegung. Auf Transparenten und in Sprechchören wurde die Polizei aufgefordert endlich angemessen zu ermitteln und den Aussagen des Opfers glauben zu schenken.
Allgemein richtete sich die Demonstration aber gegen Rassismus, Ausländerfeindlichkeit und Diskriminierung. Dies wurde auch noch in einigen Redebeiträgen bei der Abschlusskundgebung am Paradeplatz klargestellt.

Für uns als AntirassistInnen war die Demonstration wie ein frühes Weihnachtsgeschenk: MigrantInnen, die ihre Wut und ihren Frust selbstorganisiert und ohne wohlmeinende Bevormundung auf die Strasse trugen. Wenn in Zukunft dann noch die Kommunikation stimmt….

Smash Racism

[Übernahme von de.indymedia.org [2]
direkter Link: http://de.indymedia.org/2004/11/100136.shtml [3]]