Demonstration
und Verleihung des "Goldenen Stück Scheiße
für Grundrechtsabbau"
Pressemitteilung vom 17.6.2006
Als
Reaktion auf den skandalösen Polizeieinsatz vom
vergangenen Mittwoch, bei dem das Jugendzentrum "Café
Central" von der Polizei gestürmt wurde
(siehe PM der Roten Hilfe e.V. vom 15.6.), fand heute
in Weinheim eine Demonstration unter dem Motto: "Freiheit
stirbt mit Sicherheit!" statt. An dieser nahmen
120 Personen teil. Im Anschluss sollte an den Einsatzleiter,
Polizeihauptkommisar (PHK) SCHABER der Preis "Goldenes
Stück Scheiße für Grundrechtsabbau"
vergeben werden. Der während der Demonstration
anwesende Preisträger flüchtete noch vor
der anberaumten Preisübergabe.
Die
Demonstration begann mit einer Kundgebung am Bahnhofsvorplatz
um 15 Uhr und endete kurz nach 17 Uhr mit einer Abschlusskundgebung
vor der Polizeiwache. In Rede- und Musikbeiträgen
wurde das Thema Repression gegen AntifaschistInnen
und der Umbau der BRD zum Polizei- und Überwachungsstaat
thematisiert. Die vorgesehene Route durch die Fußgängerzone
war von Polizei und Ordnungsamt untersagt worden.
Die verkaufsoffene Nacht unter dem Motto „Einkaufen
wie die Weltmeister“ in der Fußgängerzone
diente der Stadt als Vorwand, die Demonstration in
der belebten Innenstadt zu untersagen und in Wohngebiete
umzuleiten.
Vorausgegangen
war dem Polizeieinsatz ein brutaler Naziüberfall
während der Live-Übertragung des WM-Eröffnungsspiel
in Weinheim am Freitag, den 9.6., der beinahe tödlich
verlaufen wäre. Dort attackierte ein Rechtsextremist
einen Jugendlichen mit einer abgebrochende Flasche
und verletzte ihn am Hals. Der Angriff wäre um
ein Haar tödlich verlaufen.
PHK
SCHABER hatte während seiner Einsatzleitung am
Mittwoch befohlen, eine Informationsveranstaltung
über rechtsextreme Strukturen im Café
Central zu stürmen und die anwesenden AntifaschistInnen
zu kontrollieren, zu durchsuchen und ihnen Innenstadtverbote
zu erteilen. PHK SCHABER begründete die Stürmung
des Café Central damit, dass die anwesenden
Jugendlichen sich an den Nazis rächen wollten.
Einen
tatsächlichen Hinweis auf solche Pläne gab
es nicht. Die Begründung "Gefahr im Verzug"
war somit lediglich ein Vorwand für Schikane
und Einschüchterung. Mit dem Polizeieinsatz hat
sich PHK SCHABER persönlich verdient gemacht
um die Beschneidung von Grundrechten und den Ausbau
des Polizei- und Überwachungsstaates. Deshalb
wurde ihm der Preis "Goldenes Stück Scheiße
für Grundrechtsabbau" verliehen. Da er vor
der Übergabe den Ort des Geschehens verließ,
deponierten einige DemonstrantInnen den Preis vor
der Polizeiwache.
Die
OrganisatorInnen betonten in ihrem Aufruf, das Handeln
SCHABERS sei nur als Teil eines seit Jahren anhaltenden
Ausbaus der Kompetenzen der "Sicherheitsorgane"
und der gleichzeitig fortschreitenden Beschränkung
grundlegender bürgerlicher Freiheitsrechte zu
verstehen. Der Preisträger setzte lediglich konsequent
die autoritäre gesellschaftliche Entwicklung
fort, die Politik und Medien seit Jahren vorantrieben.
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