Keine
Rudolf-Hess-Gedenkveranstaltung in Grünstadt
Pressemitteilung vom 19.08.2006
Entgegen
eigenen Ankündigungen gelang es dem rechtsextremen
"Aktionsbüro Rhein-Neckar" heute nicht
einen Aufmarsch in Grünstadt durchzusetzten.
Dieser sollte nach dem höchstrichterlichen Verbot
des zentralen Hess-Gedenkens im fränkischen Wunsiedel
als lokale Ersatzveranstaltung dienen. Statt dessen
demonstrierten in Grünstadt und Kirchheim jeweils
etwa 100 AntifaschistInnen gegen das Erstarken der
rechtsextremen Szene.
Die von
den Nazis angekündigte Klage vor dem Verwaltungsgericht
in Neustadt wurde nach dessen Auskunft nicht eingereicht.
Nach dem 8.April und dem 15. Juli (siehe unsere Homepage:
http://www.akantifa-mannheim.de) war dies die dritte
Veranstaltung innerhalb eines halben Jahres, die das
sogenannte "Aktionsbüro Rhein-Neckar"
geplant und beworben hatte, aber nicht in der Lage
war durchzusetzten.
Für den 8.April war ein Aufmarsch mit 750 Teilnehmern
durch Mannheim geplant. Nach dem Verbot durch das
Bundesverfassungsgericht gelang es dem "Aktionsbüro"
nicht eine Ersatzveranstaltung zu organisieren.
Für den 15. Juli wurde ein Aufmarsch gegen das
selbstverwaltete Jugendzentrum in der Mannheimer Neckarstadt
(http://www.juz-mannheim.de) angekündigt. Nach
dem Verbot durch die Stadtverwaltung wurde auch dieser
Plan kurzerhand aufgegeben.
Seit dem Tod des Hitler-Stellvertreters Rudolph Hess
1988 ist dessen Grab im fränkischen Wunsiedel
zur Pilgerstätte für alte und junge Nazis
geworden. Höhepunkt war ein Aufmarsch im August
2004, an dem etwa 5000 Rechtsextremisten aus ganz
Europa teilnahmen. (weitere Infos: http://www.ns-verherrlichung-stoppen.tk)
Hess hatte sich nie von seinem nationalsozialistischen
Gedankengut distanziert. Ihm öffentlich zu huldigen
dient den Nazis daher zur Verherrlichung des Nationalsozialismus.
Die Einschätzung
einer Sprecherin des Ak Antifa:
"Schon durch das neuerliche Verbot des zentralen
Hess-Gedenkmarsches in Wunsiedel war der heutige Tag
eine Niederlage für die bundesweite Naziszene.
Diese ist offensichtlich zu verstritten und zu schlecht
organisiert um eine zentrale Ausweichveranstaltung
zu organisieren. Darüber hinaus hat das "Aktionsbüro
Rhein-Neckar" durch seine neuerliche Absage einer
öffentlich beworbenen Veranstaltung auch noch
eine regionale Niederlage hinnehmen müssen. Wie
lange die Aktivisten des "Aktionsbüro"
ihrem Gefolge diesen Schlingerkurs noch zumuten können
ist fraglich. In Anbetracht der beiden antifaschistischen
Demonstrationen, zu denen innerhalb weniger Tage etwa
einhundert Menschen mobilisiert werden konnten, werten
wir den Tag als Erfolg für die antifaschistische
Bewegung."
|