Naziaufmärsche
in Ludwigshafen und Mannheim
Pressemittelung
vom 07.04.2008
Am
Sonntag den 06.04.2008 versammelten sich zwischen
16 Und 19 Uhr zunächst in Ludwigshafen am Ost-Ausgang
des Hauptbahnhofs und im Anschluss in Mannheim am
Paradeplatz ca. 100 Nazis um stationäre Kundgebungen
durchzuführen. Die Nazis waren aus der gesamten
Rhein-Neckar-Region, Südhessen, Rheinland-Pfalz
und dem Saarland angereist. Anlass sollte ein Gedenken
an eine Auseinandersetzung bei Aachen sein, bei der
zwei Tage zuvor, am 04.04. ein Neonazi getötet
wurde. Der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) stellte
den Nazis zur logistischen Unterstützung Sonderbahnen
bereit.
Organisiert
wurden die Aufmärsche durch das regionale Neonazi-Netzwerk
„Aktionsbüro Rhein-Neckar“, einem
Zusammenschluss von Kameradschaften und NPD-Funktionären
in der Region. Der langjährige Nazikader Rene
Rodriguez-Teufer aus Viernheim meldete die Aufmärsche
an. Der Ludwigshafener Kameradschaftsführer Matthias
Herrmann war maßgeblich für die Organisation
der Kundgebungen zuständig und hielt einen Redebeitrag.
Der Anlass der Aufmärsche wurde von den Nazis
genutzt, um ihre völkische Hetze zu verbreiten.
In den Kundgebungen wurde in rassistischer Manier
gegen MigrantInnen gehetzt.
Die
Polizei, die schon Stunden vor Beginn der ersten Kundgebung
in Ludwigshafen mit einem Großaufgebot präsent
war, scheute weder Kosten noch Mühen, um den
Nazis einen reibungslosen Ablauf ihrer Veranstaltungen
zu ermöglichen. In Absprache mit der VRN organisierte
sie den Transport der Nazis mit Sonderbahnen.
In
Mannheim konnten spontan ca. 60 AntifaschistInnen
mobilisiert werden, die lautstark gegen die Aufmärsche
protestierten. In einer Seitenstraße wurde vermutlich
aus Protest gegen die Genehmigung der Nazikundgebung
ein Müllcontainer in Brand gesetzt.
Am
1. Mai planen die Nazis vom „Aktionsbüros
Rhein-Neckar“ Aufmärsche in Neustadt an
der Weinstraße und Kaiserslautern. Vor diesem
Hintergrund ist in den kommenden Wochen mit verstärkten
Aktivitäten der rechten Szene zu rechen.
Saskia
Kowalska, eine Sprecherin des AK Antifa Mannheim:
„Es ist skandalös, dass die Aufmärsche
legal sind und es den Nazis damit unter Polizeischutz
möglich ist, ihre rassistische Propaganda zu
verbreiten und damit gegen alle zu hetzen, die nicht
in ihr Weltbild passen. Dass den Worten auch Taten
folgen, haben in den letzten Monaten zahlreiche gewalttätige
Übergriffe auf Linke und MigrantInnen bezeugt.
Wir verurteilen die Zusammenarbeit von Polizei, Ordnungsamt
und Verkehrsbetrieben mit den Nazis auf das Schärfste.
Auch in Hinblick auf den 1. Mai rufen wir zu antifaschistischem
Widerstand gegen die Nazis und ihre HelferInnen auf!“
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