| Spontane
Demonstration gegen die Abschiebung eines Flüchtlings
- Polizei eskaliert und verprügelt Teilnehmer
Presseerklärung
des AK Antifa Mannheim vom 6.5.2008
Am
späten Nachmittag des 6. Mai kamen am Paradeplatz
in der Mannheimer Innenstadt spontan etwa 50 Menschen
zusammen und hielten eine antirassistische Kundgebung
ab. Anlass war die Abschiebung eines Flüchtlings
aus dem Mannheimer Abschiebeknast in den Togo am frühen
Morgen. Im Anschluss an die Kundgebung entschied sich
ein großer Teil der TeilnehmerInnen dazu, mit
einer Demonstration vor das Polizeipräsidium
zu ziehen, welches die Abschiebung vorgenommen hatte.
Gegen Ende kam es zu gewalttätigen Übergriffen
durch Polizeibeamte auf TeilnehmerInnen der Demonstration.
Die
spontane, nicht angemeldete Demonstration zog vom
Paradeplatz durch die Quadrate zum Ring vor das Gebäude
des Polizeipräsidiums. Mit Transparenten, Parolen
und Flugblättern wurde gegen die Abschiebung
am Morgen, gegen die brutale europäische Flüchtlingspolitik
im Allgemeinen und die besonders harte Linie des Regierungspräsidiums
Karlsruhe im Besonderen protestiert.
Als
die Demonstration an der Polizeiwache vorbeizog und
sich langsam auflöste, kam es zu Übergriffen
und Schikanen durch die Polizei auf TeilnehmerInnen.
Zum Höhepunkt kam es, als zwei Polizeibeamte
einen mutmaßlichen Teilnehmer zu Boden rissen,
schlugen, an seinen Haaren über den Boden schleiften
und seine Arme verdrehten. PassantInnen und verbliebene
TeilnehmerInnen der Demonstration protestierten lautstark
gegen den Übergriff und wurden daraufhin von
der Polizei beleidigt und bedroht.
Eine
Sprecherin des AK Antifa kommentierte: "Derartige
Übergriffe auf politisch Aktive sind leider keine
Seltenheit. Am 1. Mai kam es zu ähnlichen Szenen
in Neustadt an der Weinstraße, als AntifaschistInnen
einen Naziaufmarsch blockierten. Viele AktivistInnen
wurden Opfer von Polizeigewalt, durch Schlagstockeinsätze
verletzt und mit Strafanzeigen überzogen. Diese
Polizeistrategie soll offenbar dazu dienen, politisch
aktive Menschen einzuschüchtern. Besonders in
Mannheim beobachten wir eine verstärkte Entwicklung
in diese Richtung: Am Abend des 1. Mai wurde eine
antikapitalistische Demonstration von mehreren Hundertschaften
eingekesselt. Die Außenwirkung wurde damit nahezu
zunichte gemacht. Im März war die Polizei mit
einem enormen Aufgebot bei einer antirassistischen
Kundgebung gegen die heute erfolgte Abschiebung präsent.
Auch dort wurde die Außenwirkung der Veranstaltung
beeinträchtigt. Daher gilt es umso mehr, sich
nicht von einem autoritären Polizeistaat vorschreiben
zu lassen, wie die eigenen Aktionen auszusehen haben.
Dass die Demonstration heute nicht angemeldet wurde,
war ein Signal in die richtige Richtung."
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