| Demo
gegen Naziläden in Ludwigshafen angekündigt
Mehrere
tausend Flugblätter in Ludwigshafen-Süd
und Mitte verteilt - Provokation durch Polizeiaufmarsch
Pressemitteilung
des AK Antifa Mannheim vom 22.11.2008
Der
Ortsbeirat des Ludwigshafener Stadtteils Süd
sieht keinen Handlungsbedarf im Kampf gegen Rechts,
das Bündnis Ladenschluss dafür um so mehr.
Für Samstag, den 17. Januar 2009 ist eine Demonstration
gegen die Naziläden in der Stadt geplant.
Aus
diesem Anlass zogen heute 50 AntifaschistInnen durch
die Ludwigshafener Stadtteile Süd und Mitte und
verteilten etwa 3000 Flugblätter, verklebten
Aufkleber zur Demo und kratzten Aufkleber der Nazis
ab. Damit wurde die Bevölkerung über die
rechte Szene und ihre Läden informiert und dazu
aufgerufen, sich an der antifaschistischen Demo am
17. Januar zu beteiligen..
Diese
Aktion wurde von einer beispiellosen Polizeiprovokation
begleitet. Bereits in Mannheim wurden anreisende AntifaschistInnen
von Zivilpolizisten observiert. Am Berliner Platz
empfingen etwa 100 Einsatzkräfte mit Hundestaffel
die TeilnehmerInnen der Aktion. Sie wurden eingekesselt
und teilweise durchsucht. Am Rande wurden Platzverweise
erteilt. Nach Gespächen mit der Einsatzleitung
wurde ein Verteilen der Flugblätter unter Polizeibegleitung
gestattet. Es zeichnete sich ein absurdes Bild ab,
als die 50 AntifaschistInnen in Begleitung von etwa
50 bis 100 PolizistInnen der Bereitschaftspolizei
durch die Stadt zogen. Die Polizei provozierte auch
weiterhin, bedrohte Einzelne und umringte die Leute
mit einem Spalier, was das Verteilen der Flugblätter
massiv erschwerte.
Eine
Sprecherin des AK Antifa Mannheim und Teilnehmerin
der Aktion: „Offenbar will die Polizei nach
ihrem Versagen vom 6.11. mit überzogenen polizeistaatlichen
Mitteln ihr Image aufpolieren. Dass dies mit einer
Strategie der Einschüchterung und Behinderung
von AntifaschistInnen nicht gelingt, zeigten die Reaktionen
vieler PassantInnen, die sich über den skandalösen
Polizeiaufmarsch mit Unverständnis äußerten.
Menschen die gegen Nazis aktiv werden, Flugblätter
verteilen und Nazipropaganda entfernen, derart in
ihrer Arbeit zu behindern ist nicht nur politisch
fatal, sondern schlicht skandalös. Zwischen den
Beamten herrschte Uneinigekeit. Während wir uns
teils unverschämte Drohungen anhören mussten,
hatte der Einsatzleiter immer wieder Schwierigkeiten,
seine aggressiven Kollegen in den Griff zu bekommen.
Dieses Verhalten spiegelt ein politisches Klima wider:
Während AntifaschstInnen schikaniert und bei
ihrer Arbeit behindert werden, agieren die Rechten
offen in der Stadt. Dies zeigt nicht nur die Etablierung
der mitlerweise öffentlich beworbenen Naziläden
und der Angriff vom 6.11. an der FH. Auch wurde heute
wieder vor der Kneipe "Blocksberg", dem
Laden "Streetwear Company" und vor der Wohnung
von Malte Redekers Polizeischutz abgestellt.
Wir haben uns hingegen darüber gefreut, dass
sich einige Jugendliche durch die Polizei nicht abschrecken
ließen und spontan dabei mithalfen, die zahlreichen
Naziaufkleber in der Stadt zu entfernen.
Als erstes Ergenbis das Tages halten wir fest: Wir
lassen uns nicht einschüchtern und setzen unsere
Arbeit gegen Rechts fort. Mit einer Demonstration
wollen wir als Teil des Bündnis Ladenschluss
unsere Strategie weiter verfolgen. Nachdem wir mit
Informationsveranstaltungen aufgeklärt haben,
wird es Zeit, aktiv zu werden. Wir wollen ein antifaschistisches
Klima in Ludwigshafen schaffen, in dem sich die Nazis
nicht wohl fühlen. Die Schließung ihrer
Läden ist ein wichtiges Ziel auf diesem Weg.
In der politischen Szenerie der Stadt hat sich bereits
die Spreu vom Weizen getrennt. Während Ortsvorsteher
Heller (CDU) noch immer versucht, das Problem kleinzureden,
haben sich dem Bündnis Ladenschluss bereits zahlreiche
Gruppen und Organisationen aus verschiedenen politischen
Spektren angeschlossen. Die Polizei hat sich heute
mit der Behinderung antifaschistischer Arbeit ebenfalls
klar positioniert. Mit einer großen und starken
Demo im Januar wollen wir zusätzlichen Druck
aufbauen und die antifaschistische Kampagne vorantreiben.“
Die
Demonstration am 17. Januar beginnt mit einer Auftaktkundgebung
um 13 Uhr auf dem Vorplatz des Rathauscenters (Lichttor).
Informationen zum Bündnis Ladenschluss und seiner
Arbeit finden sich im Internet unter der Adresse www.ladenschluss-ludwigshafen.de
Der
vorerst letzte Vortrag unserer Veranstaltungsreihe
mit dem Titel „Der Nazis neue Kleider“
findet am 4.12. ab 19 Uhr in der Aula der FH statt.
Weitere Veranstaltungen sind in Planung.
|