Für Freitag, den 16. November 2012, hatte die Naziorganisation „Aktionsbüro Rhein-Neckar“ zu einem sogenannten „Trauermarsch“ in Ludwigshafen-Rheingönheim eingeladen. Dabei sollte den Wehrmachtssoldaten gedacht werden, die im Zweiten Weltkrieg für Nazi-Deutschland gekämpft hatten. Örtlicher Bezug war ein Kriegsgefangenenlager der Aliierten am Rande des Ludwigshafener Stadtteils Rheingönheim. Der DGB und Antifagruppen hatten zum Protest gegen den Naziaufmarsch aufgerufen und konnten trotz kurzer Mobilisierungszeit die faschistische Gedenkveranstaltung stören. Read the rest of this entry »
Mannheimer Polizei und Staatsanwaltschaft bleiben ihrer Linie treu: Keine Strafverfolgung nach rassistischen Sprechchören am 1. Mai

Nachdem ihre Demo von Antifaschist_innen blockiert wurde, griffen Nazis auf dem Rückweg die Polizei an.
Wieder kommen Nazis straffrei davon: Die Verfahren von 44 Teilnehmern der NPD-Demonstration am 1. Mai in Mannheim-Neckarau wurden eingestellt, berichtet Blick nach Rechts. Nachdem sie am von tausenden Gegendemonstrant_innen blockiert wurden, griffen sie auf dem Rückweg zum Bahnhof Neckarau die Polizei an und sangen rassistische Lieder, unter anderem „Polackentango“ der verbotenen Band „Landser“.
Darin heißt es über Polen „Oh wie ich dieses scheiß Volk hasse, seit wann gehören Polacken zur arischen Rasse“. Die Textzeile „Schlagt sie tot, schlagt sie tot, schlagt die Kommunisten nieder!“ wurde in Richtung der Gegendemonstration gebrüllt.
Für die Polizei war das offenbar kein Grund, weitere Ermittlungen über die Staatsanwaltschaft zu veranlassen. Die Verfahren wurden eingestellt, die Nazis müssen für ihre rassistischen Ausfälle also keine Konsequenzen fürchten. Lediglich ein Verfahren laufe noch gegen einen unbekannten Böllerwerfer.
Damit bleiben die Mannheimer Behörden ihrer Linie treu. Während Antifaschist_innen für Kleinigkeiten kriminalisiert werden, kommen Nazis straffrei davon, so beispielsweise auch die Internetaktivistin „Enibas“ aus Käfertal, die gegen Juden gehetzt und für den Nationalsozialismus geworben hatte oder die knapp 20 Nazis, die 2009 nach einem bewaffneten Überfall auf das Bekleidungsgeschäft „US Shop“ festgenommen wurden.
Lesetipp: Die Stadt, die Arbeit und die Nazis – Analyse der Ludwigshafener Nazi-Szene
Wie konnte es dazu kommen? Die antifaschistische Zeitschrift Lotta untersucht in einem Artikel die Sozialstruktur der Stadt Ludwigshafen. Nach einem historischen Abriss werden Antworten auf die Frage gesucht, warum seit Jahren eine etablierte und kontinuierlich tätige rechte Szene in Ludwigshafen ohne größere Widerstände aktiv sein kann. Dabei fällt der Blick schnell auf das seit 2003 bestehende Aktionsbüro Rhein-Neckar um Matthias Herrmann, Malte Redeker und Rene Rodriguez-Teufer. Aber auch erfolgreiche Gegenstrategien bleiben nicht unerwähnt.
Der Artikel in der Lotta ist als PDF unter folgendem Link zu lesen: http://www.lotta-magazin.de/pdf/49/l49_er_ludwigshafen.pdf
Der Verfassungsschutz soll über die Gemeinnützigkeit von Vereinen entscheiden?
Im Folgenden dokumentieren wir die Pressemittelung der Vollversammlung des Juz Mannheim.
Verfassungsschutz soll über Gemeinnützigkeit von Vereinen entscheiden?
Nicht mit uns!
Mit großer Sorge haben wir, die Aktiven des JUZ Friedrich Dürr in Mannheim von einem neuen Gesetzesentwurf der Bundesregierung Kenntnis genommen, dem „Entwurf eines Jahressteuergesetzes 2013“ -Drucksache 17/10000-:
Aus dem Gesetzesentwurf geht hervor, dass gemeinnützige Vereine die im Verfassungsbericht auftauchen und als „extremistisch“ eingestuft werden, ihre Gemeinnützigkeit und damit ihre steuerlichen Begünstigungen verlieren. Der Entwurf wurde am 23. Mai 2012 vom Bundeskabinett beschlossen und wird ab Mitte September im Bundestag beraten. Wird der Regierungsbeschluss Gesetz, sind gemeinnützige Vereine künftig der Willkür des Verfassungsschutz ausgeliefert.
Gemeinnützige Körperschaften, die in Verfassungsschutzberichten als extremistisch eingestuft wurden, verloren bisher – widerlegbar – ihre Steuerbegünstigungen (Gemeinnützigkeit). Sie konnten die Vorwürfe aber vor den Finanzämtern widerlegen. Das Wort “widerlegbar” soll nun gestrichen werden, wodurch die Organisationen automatisch ihre Gemeinnützigkeit verlieren würden. Der Inlandsgeheimdienst Verfassungsschutz könnte durch die Gesetzesänderung negative fiskalische Sanktionen verhängen – ohne seine Quellen offen zu legen. Sowohl den Betroffenen als auch den Finanzämtern und Finanzgerichten werden damit alle Möglichkeiten genommen, Mutmaßungen und Behauptungen der Inlandsgeheimdienste «sachnah» entgegenzutreten. Finanzämter und Finanzgerichte würden ihr Mitspracherecht vollständig verlieren, Vereine und Körperschaften möglicherweise gar ihre Existenzgrundlage.
Wir halten es für einen Skandal, dass der Verfassungsschutz als undurchschaubare und undemokratische Behörde zukünftig über die Gemeinnützigkeit von Vereinen entscheiden können soll. Eine Behörde, die derart eng mit der rechtsextremen Szene verwoben ist, und ihre V-Leute Aktivitäten systematisch zu verschleiern versucht kann nicht objektiv über die Allgemeinnützigkeit von Vereinen entscheiden. Zudem ist der „Extremismusbegriff“ ein unwissenschaftlicher nicht genau definierter Terminus, mit dem leicht unliebsame Organisationen etikettiert und an ihrer Arbeit gehindert werden können.
Daher lehnen wir die Änderung des § 51 Abs. 3 AO entschieden ab!
Darüber hinaus muss der gesamte Absatz ersatzlos gestrichen werden. Weg mit § 51 Abs. 3 AO! Es gibt keinerlei Legitimation dafür, dass ein Inlandsgeheimdienst über die Grenzen der demokratischen Zivilgesellschaft bestimmen und einzelne zivilgesellschaftliche Organisationen ohne feste Kriterien und ohne Anhörung der Betroffenen oder Verfahren existenziell gefährden kann.
Mittlerweile haben sich 173 Organisation einem Offenen Brief von Robin Wood an alle Bundestagsabgeordenten angeschlossen, der die Änderung des § 51 Abs. 3 AO ablehnt:
Nachtrag:
Abgeordnete der Linken, Grünen und der SPD, sowie mittlerweile einige Politiker_innen der Regierungsfraktionen FDP und CDU kündigten an, bei der nächsten Lesung des Gesetzesentwurfs gegen die Novelle zu stimmen. Es sieht glücklicherweise so aus, als sei die Änderung des Gesetzes vom Tisch. Allerdings ist dies für uns nur ein Teilerfolg und kein Grund, nicht weiter nachzuhaken. Der gesamte § 51 Abs. 3 AO muss gestrichen werden. Darüber hinaus hat sich in den letzten Wochen gezeigt, dass der Verfassungsschutz sich jeglicher konstruktiver Zusammenarbeit und demokratischer Kontrolle zu entziehen versucht. Die Skandale um die Spitzeltätigkeit im Umfeld des NSU wurden oft mit Unfähigkeit und Pannen einzelner Verfassungsschützer_innen erklärt. Die Häufung dieser Vorfälle und die immer neuen Hiobsbotschaften aus dem braunen Sumpf um extreme Rechte und Verfassungsschutz beweisen, dass die Behörde nicht reformierbar ist und aufgelöst werden muss.
Deshalb: Weg mit § 51 Abs. 3 AO, Verfassungsschutz auflösen!
130 Antifaschist_innen gedenken der Widerstandsgruppe um Georg Lechleiter
Am 14. September versammelten sich rund 130 Antifaschist_innen auf dem Georg-Lechleiter-Platz in Mannheim, um den 14 Mitgliedern der Lechleiter-Gruppe zu gedenken. Am 15.09.2012 wiederholt sich der Jahrestag ihrer Hinrichtung zum 70. Mal. Read the rest of this entry »
Nazi-Konzert in Rheinau und Nazi-Aufmarsch in der Innenstadt
Am Sonntag, 5.8.2012 zogen etwa 30 Nazis durch die Mannheimer Innenstadt. Der von NPD und Aktionsbüro Rhein-Neckar durchgeführte Aufmarsch bezog sich thematisch auf die Olympia-Ruderin Drygalla, die nach Diskussionen um ihren Lebensgefährten, einen ehemaligen NPD-Politiker, die Wettkämpfe verlassen hatte. Read the rest of this entry »
Lautstarker Protest gegen die NPD-Deutschlandtour in Mannheim-Neckarau
Im Rahmen einer sogenannten Deutschlandtour machte der Bundesvorsitzende der NPD, Holger Apfel, am 28.7.2012 mit seinem als „Flaggschiff“ bezeichnetem Werbe-LKW Station in Mannheim. Neben der etwa acht-köpfigen Besatzung des Werbe-LKWs nahmen an der Kundgebung vor dem Seilwolff-Center in Neckarau sieben Anhänger aus der Region teil. Zu einer Gegenveranstaltung hatte das Bündnis Mannheim gegen Rechts aufgerufen. Mit Pfiffen, Tröten und Musik übertönten die Gegendemonstrant_innen die rassistischen Reden der NPD. Nach Zeitungsangaben sicherten 120 Polizist_innen den Ablauf der Versammlungen, darunter auch eine BFE-Einheit und Pferdestaffel. Read the rest of this entry »
NPD Flaggschiff versenken! Am Samstag auf nach Neckarau!
+++ update +++ Antifa-Treffpunkt 10 Uhr Marktplatz Neckarau +++ Demo zu den Nazis +++ Nazis sind ab 11 Uhr am Vorplatz des Einkaufszentrum Seilwolf Center an der Haltestelle Friedrichstraße (Neckarau) +++ updates morgen auch über Twitter & Infotelefon +++
Infotelefon 0151-21718164
EA (hilft bei Ärger mit der Polizei) 0162-8644554
jeweils ab Samstagmorgen 9 Uhr
Die Nazi-Partei NPD plant im Rahmen einer Deutschlandtour eine Kundgebung mit ihrem Werbe-LKW am Samstag, 28. Juli ab 11 Uhr am Rheingoldplatz in Mannheim-Neckarau. In der Krise des Kapitalismus wollen sie reaktionäre Stimmungen anheizen, hetzen gegen Europa und werben für ein faschistisches, abgegrenztes Deutschland. Der Provokation der Nazis setzen wir lautstarken Antifaschismus und grenzenlose Solidarität entgegen. Kommt am Samstag nach Neckarau, lasst uns gemeinsam das sogenannte NPD Flaggschiff versenken! Read the rest of this entry »
Freiburger Gericht spricht Nazi nach versuchtem Mordanschlag frei
Am Donnerstag den 12.07. hat das Landgericht Freiburg den Nazi Florian Stech nach einem versuchten Mordanschlag auf Antifaschisten freigesprochen.
Stech war im Oktober 2011 mit seinem Auto gezielt in eine Gruppe Antifaschisten gefahren. Dabei wurde ein Genosse lebensgefährlich verletzt und lag mehrere Tage auf der Intensivstation. Read the rest of this entry »




